Klettern Tannheimer 2022

Die Wettervorhersage ist traumhaft: herrlicher Sonnenschein, nicht zu heiß, keine Gewitterneigung. Ursprünglich waren Mehrseillängen am Aggenstein geplant, aber die Bad Kissinger Hütte ist ausgebucht. Alternativ kontaktiere ich das Gimpelhaus und bekomme noch zwei Betten in einem 6-Bettzimmer. Großer Vorteil im Gimpelhaus: mit der Materialseilbahn können wir das Klettergepäck auf die Hütte transportieren lassen und steigen mit sehr leichtem Rucksack in 53 Minuten zum Gimpelhaus auf. Unser Gepäck ist schon da und wir können dieses schon im Zimmer verstauen.

Nach einem erfrischenden Getränk auf der Terrasse nehmen wir uns für den Nachmittag noch den Hüttengrat (4+) auf den Hochwiesler vor. Für den nächsten Tag steht an der Zwerchwand die Kletterroute Till Ann an und am Folgetag wird der Gimpel zwei Mal bestiegen. Zuerst über den Westgrat und nach dem Abstieg über den Normalweg (2) über die Südostwand. Am Montag war eine Dreierseilschaft vor uns am Hüttengrat unterwegs. Dementsprechend langsam ging es voran. Zum Abschluss unserer Klettertage wollen wir den Hüttengrat noch einmal staufrei begehen.

Zurück am Gimpelhaus wird es Zeit für den Abstieg, da die Parkzeit abläuft. Parken ist inzwischen sehr teuer geworden. In den ersten Jahren noch kostenlos verlangt die Gemeinde jetzt 8 Euro am Tag (2 Tage 15 Euro und 3 Tage 20 Euro). Die Anzahl der Parkplätze an der Materialseilbahn wurde auch reduziert. Es stehen nur noch ca. 15 Parkplätze zur Verfügung. Das schwere Gepäck verladen wir in die Materialseilbahn und in leichtem Joggingtempo erreichen wir den Parkplatz nach 23 Minuten. Unser Gepäck ist noch nicht im Tal. In der Talstation gibt es ein Kurbeltelefon und ich spreche mit dem Gimpelhaus. Unser Gepäck wird auf die Reise geschickt und nach einigen Minuten verpacken wir dieses im Kofferraum. Wir fahren Richtung Heimat vorbei am Haldensee und können diesem kühlen Nass nicht widerstehen. Verschwitzte Klamotten ausziehen und Badehose an genießen wir die Erfrischung im Haldensee.

Ausrüstung

Neben obligatorischem Klettergurt und Helm hatten wir an Ausrüstung dabei:


Friends/Camalots oder Keile sind eigentlich nicht erforderlich. Am Gimpelwestgrat habe ich zusätzlich zu einer langen Bandschlingen um einen Felskopf einen Friend zum Standplatzbau benutzt, da ich den im Topo beschriebenen alten Haken am Ende der fünften Seillänge nicht gefunden habe.

Die von uns begangenen Routen sind an fast allen Standplätzen mit zwei Bohr-/Klebehaken ausgestattet und auch die Abseilpisten verfügen über die sinnvolle Redundanz.


Wie geht es eigentlich mit der Tannheimer Hütte weiter? Im Internet hatte ich gelesen, dass es in diesem Jahr endlich weitergeht: Abriss im Frühjahr und Neubau im Herbst. Ein paar Meter hinter dem Gimpelhaus kann man einen Blick auf die ca. 10 Minuten Fußmarsch entfernte Tannheimer Hütte werfen. Die Hütte steht noch! Mit dem Abriss wurde zumindest begonnen. Die Dachschindeln fehlen bereits. Das muss ich mir von der Nähe anschauen. Ein Bauzaun verhindert den Zugang zur Hütte. Man kann aber erkennen, dass die Entkernung schon vorangeschritten ist. Aktiv scheint der Abriss aber nicht voranzukommen. Auf der Internet Seite vom Radiosender AllgäuHit finde ich einen kurzen Bericht zur diesjährigen Mitgliederversammlung der DAV Sektion Allgäu-Kempten (Juni 2022): die Hütte wird teurer als geplant und "... Wenn alles nach Plan läuft, soll die neue Hütte zum Beginn der Saison 2023 eingeweiht werden". Ich bin gespannt!