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Zugspitze - Tourenbeschreibung durch das Höllental mit Abstieg ins Reintal

Hinweise

  • Wenn möglich, sollte man diese Tour nicht am Wochenende einplanen - es sei denn, man liebt Menschenmassen und überfüllte Matratzenlager!
  • Nur bei stabilem Wetter empfehlenswert (hohe Blitzschlag Gefahr in den Felsen oberhalb des Gletschers).
  • Für den Gletscher sind Steigeisen erforderlich! Nur selten lassen die Bedingungen eine Begehung ohne Steigeisen zu.
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Höllentaltour   Von der Alpspitze hat man meinen herrlichen Blick auf die Tour durch das Höllental. In der Großaufnahme ist die Route eingezeichnet.

Vor Hammersbach gibt es einen großen Parkplatz, der inzwischen auch kostenpflichtig ist (Parkautomaten). In wenigen Minuten erreicht man die Hammersbacher Hütt'n. Hier kann man sich bei Bedarf noch einmal stärken oder am großen Brunnen erfrischen. Am Hammersbach entlang geht es auf einem bequemen Weg taleinwärts. Nach ca. 45 Minuten erreicht man die Klammeingangshütte. Der Weiterweg durch die Höllentalklamm ist kostenpflichtig (1,00 Euro für AV-Mitglieder, 2,50 Euro für Nichtmitglieder). Ist die Hütte nicht mehr offen (z.B. Anstieg am Abend), dann kann man die Klamm kostenfrei begehen.

Die Höllentalklamm (eine der größten Sehenswürdigkeiten im Werdenfelser Tal) ist sehr eindrucksvoll. Teile des Weges führen durch aus dem Fels gesprengte Tunnels. Es tropft an vielen Stellen - an heißen Tagen eine willkommene Erfrischung. Wer sich den Weg durch die Klamm (an schönen Tagen sehr viele Tagesgäste) nicht antun möchte, kann auch alternativ über den Stangensteig die Klamm umgehen. Kurz vor der Klammeingangshütte geht es rechts ab. Der Weg ist etwas länger, entlohnt aber mit einem herrlichen Tiefblick von der Brücke in die Klamm und ist gebührenfrei.

Die Höllentalangerhütte erreicht man nach insgesamt 1,5 bis 2 Stunden. Hier empfiehlt es sich zu übernachten. Die Hütte - auf 1.379m gelegen - besitzt 90 Matratzenlager und 16 Notlager. An schönen Tagen ist die Hütte schnell gefüllt. Eine rechtzeitige Ankunft sichert den begehrten Schlafplatz. AV-Mitglieder bezahlen dafür 9,00 Euro, Nichtmitglieder 18 Euro (Stand: September 2006).   Höllentalangerhütte

Am nächsten Tag sollte man früh aufstehen (ab 6 Uhr gibt es Frühstück, in der Hauptsaison teilweise auch ab 5 Uhr). Je später man von der Hütte wegkommt, desto länger ist man der Sonne ausgesetzt. Der damit verbundene, höhere Flüssigkeitsverlust und die vom Fels bzw. Gletscher reflektierenden Sonnenstrahlen setzen der Kondition schnell zu. Außerdem bilden sich gegen Mittag häufig Quellwolken, die eine traumhafte Fernsicht vom Gipfel verhindern.

Leiter   Von der Höllentalangerhütte geht es bequem auf dem Riffelschartenweg bis zum Beginn der Felsen. Die erste Schwierigkeit - die "Leiter" - steht bevor. Hat man diese gemeistert, erreicht man wenige Minuten danach eine etwa 25m breite, glatte Platte (als "Brett" bezeichnet), die mit Hilfe von Eisenstiften und Drahtseilen gequert wird. Nicht jeder kann den Tiefblick genießen!   Brett
Weiter geht es auf den "Grünen Buckel" am unteren Rand der Moräne. Steigspuren führen auf der Moräne bis zum Rand des Ferners. Die Mitnahme von Steigeisen oder Grödeln für den Weg über den Ferner empfehle ich dringend. Vor allem das kurze Stück über den Gletscherabbruch ist im Spätsommer durch hartes Blankeis gekennzeichnet. Nach bisher 13 Zugspitzbesteigungen durch das Höllental, habe ich die Grödeln bei der Hälfte der Begehungen benötigt. In den letzten Jahren ging ohne Grödeln/Steigeisen überhaupt nichts mehr. Der Gletscherrand ist häufig ausgeapert und erschwert den Übergang zum Fels. Gelegentlich gehört etwas Mut dazu, sich vom Rand des Ferners zu lösen und sich mit einem Sprung den Eisenklammern und Seilversicherungen am Felsen anzuvertrauen. Bei der letzten Begehung im September 2008 war der Übergang abenteuerlich (mehr Informationen).   Animation Höllentalferner. 298 kByte!!

Griffiger Fels und fast durchgängig angebrachte Drahtseilversicherungen führen auf den Gipfel der Zugspitze. Von der Irmerscharte auf 2.660m hat man einen beeindruckenden Tiefblick in die Nordwand der Zugspitze und das Bayerische Schneekar. Den Gipfel muss man sich allerdings bei schönem Wetter mit unzähligen Seilbahnfahrern teilen. Von der Höllentalangerhütte bis zum Gipfel habe ich bisher zwischen 3,5 und 5 Stunden benötigt (einschließlich Pausen). Der Gebietsführer 'Wetterstein und Mieminger Kette' gibt 5 - 6 Stunden an.

Gipfelbauten   Gipfelkreuz Zugspitze   Münchner Haus

An der DAV Hütte Münchner Haus vorbei führt nach einer ausgiebigen Mittagsrast ein versicherter Steig hinunter zum Platt (Skigebiet im Winter). Im Abstieg weisen Schilder auf einen Felssturz hin. Der Weg ist offiziell gesperrt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass lediglich die Seilbahntouristen abgeschreckt werden sollen. Im oberen Teil befinden sich einige Seilversicherungen, die aber nicht erforderlich sind. Es schließt sich ein steiles Geröllfeld an, das sich gut abfahren läßt (vorausgesetzt man hat Erfahrung damit!). Auf dem Platt angekommen führen 40 Markierungen zur Knorrhütte. Im Mai 2008 waren viele der Markierungen nicht mehr vorhanden. Die Knorrhütte ist ab der Saison 2008 unter neuer Leitung. Eine kurze Pause gibt Kraft für den letzten Teil der langen Tagesetappe.   Knorrhütte

Reintalangerhütte   Noch einmal 700m müssen bis zur Reintalangerhütte abgestiegen werden. Nach der Knorrhütte hält man sich weit links und hat abseits vom Weg die Möglichkeit über ein Geröllfeld abzufahren! An der Felswand entlang sieht man schon bald die Reintalangerhütte im Wald liegen. Diese direkt an der Partnach gelegene Hütte entschädigt für die 1600 Meter Aufstieg und 1600 Meter Abstieg. Hüttenwirt Charly und sein Team lassen die Strapazen dieses Tages schnell vergessen.

Gehzeiten

Datum1.9.
1987
20.8.
1993
16.8.
1994
21.7.
1995
28.7.
1996
26.9.
1997
10.9.
1999
13.9.
2000
30.8.
2001
29.7.
2002
11.8.
2005
12.9.
2006
8.9.
2008
23.7.
2012
15.9.
2015
Hammersbach----------18:4019:35-8:2815:06
Klammeingangshütte----------19:3020:30--15:46
Höllentalhütte----------20:2221:25-10:0816:40
Höllentalhütte7:206:476:456:436:546:465:367:395:105:006:236:387:2010:307:05
Leiter--7:227:187:337:306:128:185:485:357:087:278:0011:157:50
Brett--7:377:36--6:228:285:575:437:157:398:2311:328:22
Gletscherrand--8:578:469:199:047:369:377:096:588:369:1310:0513:059:45
weiter nach Pause--9:109:25-9:30----8:489:45--10:22
Einstieg nach Gletscher9:55-9:369:549:509:498:0810:057:367:229:1510:1011:2513:5511:02
Rastplatz-----------11:04?-12:26
weiter nach Pause-----------11:39--12:42
Zugspitzgipfel11:1811:5011:2411:3011:4411:239:3411:298:468:3410:5312:1413:0816:0613:32
weiter nach Mittagspause13:0313:4512:4814:45-13:2310:4315:45-10:13--?-15:11
Knorrhütte14:1315:2014:2815:5214:4215:0511:4616:46-11:25--?-17:05
weiter7:3516:3515:2716:52-15:5312:1917:00-12:30--?-17:37
Reintalangerhütte8:5017:4516:3418:01?17:1013:0617:59-13:20--?-18:53

Hinweise

  • Der Parkplatz in Hammersbach ist gebührenpflichtig. 24 Stunden kosten 4 Euro, 48 Stunden und mehr 7 Euro.
  • Ein Matratzenlager auf der Höllentalangerhütte kostet für AV Mitglieder 9 Euro, für Nichtmitglieder 18 Euro (Stand: September 2006)
  • Auf der Höllentalangerhütte kann man sich am Abend vor der Tour ein Thermo-Frühstück bestellen. Dieses steht dann in dem kleinen Frühstücksraum zur Verfügung. Man kann dann frühstücken, wann man will.
  • Die erste halbe Stunde von der Höllentalangerhütte Richtung Zugspitze kann man problemlos im Dunkeln mit der Stirnlampe gehen.
  • Die Klammeingangshütte ist nur am Tag geöffnet. Mit der Rückkehr der Tagesgäste ins Tal wird auch die Kasse für die Höllentalklamm geschlossen. Die Klamm bleibt aber zugänglich.
  • Die Beleuchtung der Tunnels in der Klamm ermöglicht den Aufstieg zur Höllentalangerhütte auch in der Dämmerung, ohne die Taschenlampe auspacken zu müssen.
  • Auf dem Gipfel der Zugspitze befinden sich frei zugängliche, saubere Toilettenanlagen.
  • Ein aktueller Wetterbericht, ausgegeben von der Wetterstation Zugspitze, ist an dem Turm neben dem Münchner Haus (die alte Wetterstation) angeschlagen.
  • Preisbeispiele (Stand: Juli 2002, Angaben in Euro, sorry, aber in 2006 habe ich die Preise nicht auf der Hütte notiert)
    HöllentalangerhütteReintalangerhütte
    Helles Bier (0,5l)3,103,10
    Bergsteigeressen6,706,40
    Tagessuppe3,602,70
    Kaffee (Kännchen bzw. Haferl)3,503,20
  • Ein Genuss ist das Bad im kühlen Eibsee am Tourende. Am Eibsee gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz (2,50 Euro).
  • Eine Übernachtung im Münchner Haus auf der Zugspitze ist möglich (12 Euro für AV Mitglieder), allerdings gibt es nur 16 Lagerplätze und kaum Wasser. Lager werden zu jeder vollen Stunde vom Hüttenwirt Hansjörg Barth für AV Mitglieder vergeben.

Wege ins Tal

  • Mit der Seilbahn zum Eibsee (Talfahrt 25,50 Euro! Stand: 9/2006). Sicherlich die schnellste Variante. Damit reduziert sich die Zugspitze zu einer Tagestour. Am Eibsee steigt man in die Zahnradbahn (fährt nur stündlich) und in Grainau in die Zugspitzbahn um. 2008: Bei den neuen Zügen kann man in Grainau sogar sitzen bleiben. Hammersbach besitzt eine Haltestelle.
    Wichtig: übernachtet man auf der Zugspitze im Münchner Haus und nimmt die erste Seilbahn zum Eibsee um 8 Uhr, dann muss man auf die Weiterfahrt mit der Bahn nach Hammersbach über 1,5 Stunden warten!
  • Abstieg ins Reintal zur Reintalangerhütte. Weiterweg:
    • An der Partnach entlang, durch die Partnachklamm zum Skistadion in Garmisch-Partenkirchen (Busverbindungen).
    • Über Schützensteig zur Mauerscharte und weiter zum Kreuzeckhaus. Talfahrt mit der Gondel oder Abstieg nach Hammersbach. Besteigung der Alpspitze möglich.
    • Über Bockhütte zum Kreuzeckhaus (kürzer als die Variante über Schützensteig).
    • Bockhütte und Aufstieg zum Schachen und Meilerhütte (wenn man viel Zeit hat, eine traumhafte Variante!). Abstecher zur Franz-Fischer Hütte im Oberreintal möglich (Kletterparadies).
  • Mit der Seilbahn (oder zu Fuß) aufs Zugspitzplatt (Sonnalpin) und Talfahrt mit der Zahnradbahn (25,50 Euro! Stand: 9/2006).
  • Abstieg zum Wiener Neustädter Haus. Weiterweg:
    • Abstieg nach Ehrwald (Österreich).
    • Abstieg zum Eibsee.
    • Über Riffelriß und Riffelscharte zurück ins Höllental.
  • Über Jubiläumsgrat zur Alpspitze (die schwierigste Variante).