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Tannheimer August 2015

An der Talstation der Gimpel Materialseilbahn ergattere ich den letzten Parkplatz. Kein Wunder: es ist Samstag und das Wetter ist schön. Auf der Tannheimer Hütte habe ich erst gar nicht angerufen. Bei 21 Lagern und Wochenende ist die Hütte sicherlich hoffnungslos überfüllt. Also packe ich einen Schlafsack und eine Liegematte ein und werde die Nacht im Freien verbringen. Ich bin zügig unterwegs und nach knapp über einer Stunde bin ich bereits an der Tannheimer Hütte angekommen. Kurz danach fängt es an zu regnen - das war so nicht geplant. Kann ich doch nicht im Freien übernachten? Muss ich wieder absteigen? Oder gibt es vielleicht noch ein Lager auf der Hütte? Erst einmal entspannen und genügend trinken.

Der Regen lässt schnell wieder nach und ich genieße die familiäre Atmosphäre der kleinen Hütte, die jetzt doch nicht abgerissen wird. Nach einem vorgezogenen Abendessen entschließe ich mich das etwas instabile Wetter zu ignorieren und zur Roten Flüh aufzusteigen. Wenn möglich, möchte ich auf dem Gipfel übernachten. Um 19 Uhr stehe ich am Gipfelkreuz, packe die Flasche Hillinger Rotwein aus und lasse mir den ersten Schluck schmecken. Ein unangenehmer Wind fegt über den Gipfel und im Wetterstein entlädt sich ein Gewitter. Gegen 21 Uhr entschließe ich mich nicht auf den Gipfel zu übernachten, sondern in eine windgeschützte Ecke abzusteigen. Notfalls kann ich bei einem Wetterumschwung immer noch zusammenpacken und zur Hütte zurückkehren. Die Hüttenwirtin hat mir angeboten, dass ich bei Bedarf in der Materialseilbahn Schutz suchen kann.


Gipfel Rote Flüh

Der Rotwein hat geschmeckt und im Schlafsack eingehüllt genieße ich den Sternenhimmel über mir. Glücklicherweise bleibt die Nacht trocken. Dafür werde ich den frühen Morgenstunden geweckt. Eine Kuh grast in unmittelbarer Nähe. Eine Kuh unterhalb der Roten Flüh? Hier gibt es doch gar keine Kühe. Als ich mich aufrichte, flüchtet eine Gämse.



Die dünne Schlafmatte wird langsam unbequem und kurz nach 5 Uhr stehe ich auf und packe zusammen. Das Gepäck deponiere ich am Einstieg zum Gimpel Normalweg und klettere (Schwierigkeit II der UIAA Skala) zügig zum Gipfel, den ich um 6:15 Uhr erreiche. Die Sonne geht rot glühend im Osten auf.


Blick vom Gimpel Gipfel nach Osten


Blick vom Gimpel Gipfel nach Süden, Markierung=Hochvogel, im Vordergrund die Rote Flüh

In 45 Minuten steige ich zur Tannheimer Hütte ab und lasse mir das Frühstücksbüffet auf der Terasse schmecken.

In knapp 30 Minuten erreiche ich im flotten Abstieg den Parkplatz. Jetzt eine Erfrischung! Ich fahre zum Haldensee, stürze mich in das erfrischende Nass und lasse mich anschließend in der Morgensonne trocknen.

Gehzeiten

UhrzeitBeschreibungGehzeit
Samstag, 8. August 2015
11:47Materialseilbahn Gimpelhaus Talstation 
12:44Gimpelhaus0° 57'
12:53Tannheimer Hütte 1.713m1° 06'
 
18:19Tannheimer Hütte 1.713m 
18:46Judenscharte0° 27'
18:58Rote Flüh0° 39'
Sonntag, 9. August 2015
5:25Biwakplatz 
5:39Einstieg Normalweg Gimpel0° 14'
6:15Gimpel, Pause bis 6:340° 50'
7:05Einstieg1° 21'
7:20Tannheimer Hütte, weiter um 8:181° 36'
8:47Materialseilbahn Gimpelhaus Talstation2° 05'