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München-Venedig

Viele Jahre schon geistert diese Idee im Kopf herum. Einmal von München nach Venedig wandern. Aber 29 Etappen an einem Stück? Habe ich soviel Zeit oder besser gefragt: nehme ich mir soviel Zeit? Den Traumpfad in Etappen zu gehen kommt für mich nicht in Frage. Wenn ich es anpacke, dann an einem Stück. Im Jahr 2014 soll sich der Wunsch erfüllen.

Der Termin steht fest: Start am Samstag, 12. Juli 2014 um 10 Uhr in München am Marienplatz. Die Bahnfahrt ist gebucht (ICE von Aschaffenburg nach München für 29 Euro, wirklich preiswert wenn man rechtzeitig bucht), der Urlaub ist genehmigt und die Detailplanung kann beginnen.

Der Weg ist mehr oder weniger vorgegeben. Als Basis nehme ich den Rother Wanderführer München-Venedig, der Anfang Mai 2014 in einer überarbeiteten Version erscheint. Das ist auch erforderlich, da z.B. das Spannagelhaus (Ziel der Etappe 9) inzwischen verkauft worden ist keine Nächtigungsmöglichkeiten mehr bietet. Mein Führer ist aus dem Jahr 2012 und ich werde diesen sicherlich noch gegen die neue Auflage austauschen. Dafür verzichte ich auf jegliches Kartenmaterial. In allen Führern und im Internet werden Karten empfohlen. Diese allerdings alle zu beschaffen ist nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch ein Gewichtsproblem. Der Rucksack sollte so leicht wie möglich sein! Die Kartenausschnitte im Rother Wanderführer halte ich für ausreichend, außerdem sind die Wege in den Alpen in der Regel hervorragend markiert und meine langjährige Bergerfahrung hilft bei der Orientierung. Außerdem kenne ich mich in einigen Abschnitten recht gut aus - vor allem in den Dolomiten.

Wichtig bei der Planung ist ein ausgewogenes Verhältnis bei der Ausrüstung. Im Kopf ist der Rucksack schon gepackt, lediglich bei einigen Ausrüstungsgegenständen bin ich mir noch nicht ganz sicher. Details dazu werde ich in den nächsten Wochen hier dokumentieren.

Wie sieht es mit der Verpflegung aus?

In den ersten Jahren hatte ich im Rucksack viel Essen dabei, auch auf Mehrtagestouren. Ein älterer, etwas übergewichtiger Mann sah mir beim Auspacken der Lebensmittel längere Zeit zu, bis er sich zu folgendem Kommentar hinreißen ließ: "du i soag dir, en Hundertmark Schoi troagt sich leichter". Der Mann hatte natürlich recht und inzwischen befindet sich in meinem Rucksack nur noch Notproviant. Das reduzierte Gewicht ist ein Vorteil, aber ich halte es für viel wichtiger, die Hüttenwirte durch Verzehr entsprechend in ihrer Existenz zu unterstützen. Ich höre immer wieder Stimmen, die die hohen Preise auf den Hütten anprangern, aber erstens stimmt es nicht (häufig kostete die Halbe Bier auf der Hütte genauso viel wie im Tal) und zweitens muss man den enormen Aufwand der Versorgung sehen. Viele Hütten werden nach wie vor mit Hubschrauber versorgt. Eine Hubschrauberminute kostet ca. 30 Euro, also rechnet euch selbst aus, was es kostet, wenn der Hubschrauber eine Stunde unterwegs ist!

Alle Berghütten bieten inzwischen eine ausreichend große Auswahl an warmen und kalten Speisen. Viele Hütten nutzen Lebensmittel von kleinen Erzeugerbetrieben aus dem Tal und zaubern daraus sehr schmackhafte Mahlzeiten. Ich bin schon über 30 Jahren in den Bergen unterwegs und geschmeckt hat es mir immer.

Alleine oder in einer Gruppe?

In den Alpen ist immer viel los, alleine ist man eigentlich nie - selbst wenn man alleine startet. Manchmal (vor allem an Schönwetterwochenenden) umschreiben Attribute wie Überlaufen oder Massentourismus die "einsame Bergidylle" viel besser. Mit einem geeigneten Partner oder einer geeigneter Partnerin ist es natürlich wesentlich schöner diesen Weg zu genießen, aber erzwingen darf man es nicht. Es muss einfach passen. Menschlich und konditionell. Eine Anfrage in der DAV Community des Alpenvereins läuft und ein erster Kontakt ist bereits entstanden sowie ein Kennenlernen angedacht.