Allgäu
 
  Home > Allgäu > Heilbronner Weg 2011

Heilbronner Weg 2011

Sicherlich der beliebteste und bekannteste Höhenweg in Deutschland. Die meisten Begeher wählen den Weg von der Rappenseehütte zur Kemptner Hütte. Mir liegt die Kemptner Hütte nicht, also steige ich über Einödsbach zum Waltenberger Haus auf. Nach der Eingehtour am Vormittag (2-Länder-Sport-Klettersteig auf die Kanzelwand) fühle ich mich top fit. Ab Einödsbach sind es laut Wegweiser noch 3 1/4 Stunden, aber bereits nach knapp über zwei Stunden stehe ich vor der Hütte.

Auch wenn es inzwischen Strom auf der Hütte gibt (mir denkt die Hütte noch mit Petroleum Lampen), hat diese kleine Bergsteigerunterkunft ihren ursprünglichen Charakter erhalten. Mit den gigantischen Lagerkapazitäten der Rappenseehütte (über 300) und der Kemptner Hütte (knapp 300) verglichen, bietet das Waltenberger Haus "nur" ca. 70 Schlafplätze. Trotz traumhafter Wetterbedingungen übernachten an diesem Tag nur 12 Bergwanderer. Eine Gruppe kam an diesem Tag von der Rappenseehütte. Nach den ergiebigen Schneefällen vor ein paar Tagen war es die erste Gruppe, die den Heilbronner Weg begangen und den Weg mühsam gespurt hat.


Waltenberger Haus 2.084m

Ab 7 Uhr gibt es Frühstück und um 7:42 Uhr starte ich bei Minustemperaturen in Richtung Rappenseehütte. Ich wähle den längeren Weg über die Bockkarscharte (5 Stunden zur Rappenseehütte). Umgeht man den Bockkarkopf und steigt direkt zur Socktalscharte, spart man eine Stunde. Vor der Hüttentüre lässt sich ein Steinbock nicht beim Fressen stören. Es ist richtig kalt und noch einigen Minuten hole ich die Handschuhe aus dem Rucksack.


Sonnenaufgang - Schafalpenköpfe (Bildmitte der nördliche Schafalpenkopf, Mindelheimer Klettersteig)


Sonnenaufgang - wenige Minuten später

Die Bockkarscharte empfängt mich mit wesentlich weniger Schnee als erwartet. Erinnerungen werden wach. Vor 26 Jahren stand ich auf gleicher Stelle bei ca. 50 cm Neuschnee. Auf dem Grat und der Oststeite hat die Sonne die Neuschneemengen der letzten Tage bereits wieder aufgefressen, nur auf der Westseite stapft man teilweise noch durch knietiefen Schnee.


an der Bockkarscharte mit Blick auf Bockkarkopf rechts und Hohes Licht (Mitte hinten)


links: auf der Nordwestseite noch reichlich Schnee, rechts: Blick auf die Socktalscharte und den Bockkarkopf


Der Hans-Kaiser-Steg - kurz vor der Leiter

Inzwischen kommen mir die ersten Wanderer von der Rappenseehütte entgegen und berichten, das Hohe Licht wäre "gesperrt". Eine Sperrung kann es nicht sein. Diese ist nach einem Felssturz denkbar, nicht aber nach Neuschneefällen. Sicherlich ein gut gemeinter Rat des Hüttenwirtes.


die Leiter am Heilbronner Weg darf natürlich nicht fehlen

An der Abzweigung zum Hohen Licht liegt noch Schnee, aber es sind auch einige, wenige Fußspuren zu sehen.


Hinweisschilder im Schnee

In der steilen Flanke ist etwas Vorsicht geboten, ein kleines Stück ist auch mit Drahtseilen versichert. Sobald man in die Südwest Seite des Anstiegs wechselt, ist der Schnee auch schon fast verschwunden. Am Gipfel erwartet mich bei Sonnenschein pur eine traumhafte Fernsicht und die "Sperrung" bewirkt, dass ich den Gipfel für mich alleine habe.


Trettachspitze (Mitte), Mädelegabel rechts davon


Blick nach Westen, links der Biberkopf 2.600m


Widderstein (blauer Strich links), Hoher Ifen (blauer Strich rechts), Mindelheimer Hütte (roter Kreis), Schafalpfenköpfe (3 grüne Punkte),
Hochgund Spitze (gelber Punkt), Rappenseekopf (roter Punkt)



Am Gipfel Hohes Licht 2.652m (nach dem Großen Krottenkopf der zweithöchste Berg im Allgäu)


Murmeltiere - direkt am Weg


... und gleich oberhalb mehrere Gämsen


Rappenseehütte 2.092m

Die Nacht im Sechser-Betten-Lager war erholsam, aber frühstücken werde ich in der Enzianhütte. Das Frühstück auf der Enzianhütte (für 7,50 Euro) ist nicht vergleichbar mit dem typischen Angebot einer DAV Hütte. Orangensaft, frisch gebackene Brötchen, Frühstücksei, Schinken, Käse und Marmelade - da lohnt sich der Abstieg von der Rappenseehütte. Zeitlich passt es auch gut. 6:30 Uhr aufstehen, kurz vor 7 Uhr geht es los und pünktlich um 7:30 Uhr zum Frühstücksbeginn sitze ich bereits in der Enzianhütte.


Enzianhütte 1.804m

Im flotten Schritt steige ich nach Einödsbach ab.


Einödsbach auf 1.114m - der südlichste, ständig bewohnte Ort Deutschlands

Ohne Rast geht es weiter in Richtung Birgsau - ich möchte an diesem Tag noch den Hindelanger Klettersteig begehen. Ich befinde mich gerade auf dem Fußweg Richtung Birgsau als ein Auto hupt. Es ist der freundliche Gesprächspartner von der Enzianhütte, der mich mit zum Parkplatz der Fellhornbahn nimmt.

Hinweise:

  • Kommt man mit dem Pkw, kann man diesen an der Fellhornbahn stehen lassen.
    Ab diesem Punkt ist die Straße Richtung Birgsau/Einödsbach für den öffentlichen Verkehr gesperrt.
    Parken kostet für 1 bis 24 Stunden 2,50 Euro, für 2 Tage 4 Euro, für 3 Tage 5,50 Euro und für 4 Tage 6,50 Euro.
  • Es besteht sogar die Möglichkeit mit dem Taxi bis nach Einödsbach zu fahren (ca. 25 Euro).
  • Von Oberstdorf geht auch stündlich ein Bus bis zur Fellhornbahn. Letzte Abfahrt um 17:30 Uhr, ab Juli 18:30 Uhr (siehe Busfahrplan)
  • Übernachtung Waltenberger Haus AV Mitglied 8 Euro

Gehzeiten

UhrzeitBeschreibungGehzeit
22. September 2011
14:29Parkplatz Fellhornbahn 
14:51Birgsauer Hof0° 22'
14:58Abzweig0° 29'
15:20Einödsbach 1.114m, Pause bis 15:370° 51'
17:45Waltenberger Haus 2.084m2° 59'
23. September 2011
7:42Waltenberger Haus 2.084m 
8:44Bockkarscharte, Pause bis 8:501° 02'
9:18Bockkarkopf, Pause bis 9:211° 30'
9:53Socktalscharte, Pause bis 10:002° 02'
10:34Hans-Kaiser-Steg2° 36'
10:35Leiter2° 37'
11:08Abzweig Hohes Licht3° 10'
11:42Hohes Licht, Pause bis 12:513° 44'
13:14Abzweig Hohes Licht4° 07'
13:48Große Steinscharte4° 41'
14:07Rappenseehütte5° 00'
24. September 2011
6:54Rappenseehütte 
7:03Abzweig0° 09'
7:27Enzianhütte, Frühstück bis 8:050° 33'
8:35Peters Alpe1° 03'
8:59Einödsbach1° 27'
9:15Abzweig Birgsau1° 43'

GPS Daten

Die Tour wurde mit einem GPS Logger (Holux M-241) aufgezeichnet. Diese Daten können direkt in Google Earth geöffnet werden!

Vom Parkplatz der Fellhornbahn zum Waltenberger Haus
Bockkarscharte, Heilbronner Weg, Hohes Licht
Abstieg vom Hohen Licht zur Rappenseehütte
Von der Rappenseehütte über Enzianhütte zum Parkplatz der Fellhornbahn