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Watzmann

Ein jahrelanger Wunsch erfüllt sich im September 2006 - die Watzmann Überschreitung. Der Wetterbericht verspricht für die nächsten Tage ideales Bergwetter. Also ausnahmsweise an einem Samstag in die Alpen (ich versuche ansonsten Übernachtungen an Wochenenden auf Berghütten zu vermeiden). Der Parkplatz an der Wimbachbrücke ist bereits überfüllt. Hoffentlich sind die Insassen alle im Wimbachtal unterwegs ...

Für die ca. 1.200 Meter Aufstieg zum Watzmannhaus werden im Führer ca. 3,5 bis 4 Stunden angegeben. Das dürfte für den durchschnittlichen Bergwanderer sicherlich die Obergrenze darstellen. Lager werden auf dem Watzmannhaus ab 15 Uhr zugeteilt. Aber selbst als DAV Mitglied wird mir ein Lager verweigert, da ich nicht reserviert habe. Wenn das auf den AV Hütten so weitergeht, kann man zukünftig Hütten nur noch über Pauschalreise mit 'all inclusive' Paket buchen. Notgedrungen muss ich mich bis 21 Uhr gedulden (im Schlafraum gab es übrigens noch reichlich Platz, die Hütte war nicht überfüllt!).

Ab 6 Uhr gibt es Frühstück (Marmelade Frühstück 3,50 Euro, Wurst+Käse 5 Euro, Kaffee oder Tee extra, 1 Liter Teewasser 1,80 Euro). Frisch gestärkt und mit reichlich Trinkwasser ausgestattet beginnt der lange Tag. Bis zum Hocheck ist der Weg sehr einfach. Der erste Watzmann Gipfel ist damit auch den meisten Bergwanderern zugänglich. Auf dem Gipfel befindet sich eine kleine, offene Hütte. Direkt hinter der Hütte beginnt der gesicherte Klettersteig zur Mittelspitze. Geklettert wird häufig direkt auf dem Grat mit aufregenden Blicken in die Tiefe. Absolute Schwindelfreiheit ist daher zwingend erforderlich.

Der Weg von der Mittelspitze zur einen Meter tieferen Südspitze ist bei diesen Bedingungen (warm, trocken, kein Schnee) ein Genuss. Die Südspitze (in manchen Karten auch Schönfeldspitze genannt) läd zu einer ausgiebigen Rast ein. Die Aussicht ist atemberaubend. Vor allem der Blick zum Großglockner und Großvenediger ist einfach traumhaft. Es fällt schwer sich loszureißen, aber der Restweg für diesen Tag ist noch sehr lang.

Jetzt beginnt der (zumindest für mich) anstrengenste Teil der Tour, der Abstieg in das Wimbachtal. Technisch nicht schwierig, aber teilweise sehr steil. Die 1.200 Meter Abstieg werden am nächsten Tag zeigen, ob die Oberschenkel im Vorfeld ausreichend trainiert worden sind oder nicht! Teilweise verläuft der Weg im alten, steilen Bachbett, gesichert mit langen Ketten zum Festhalten.

Im Tal auf ca. 1.500 Meter angekommen, entscheiden sich die meisten Tourengeher für den Abstieg durch das Wimbachtal über die Wimbachgrieshüttte und das Wimbachschloß zurück zum Parkplatz an der Wimbachbrücke. Ich wollte aber weiter in Richtung Steineres Meer und entschied mich daher für den Aufstieg über Trischübel zum Hundstodgatterl und anschließendem Abstieg zum Käringer Haus. Die Länge des Weges hatte ich allerdings unterschätzt und am Käringer Haus angekommen hatte ich an diesem Tag 10 Stunden reine Gehzeit hinter mir. Von dem tierischen Muskelkater in den nächsten Tagen sollte ich lieber schweigen!

Das Käringer Haus liegt wunderschön am Funtensee, der am nächsten Morgen von einer Nebeldecke verschleiert wird. Auf den Wiesen rund um die Hütte hat sich bereits Rauhreif gebildet. Mit schmerzenden Oberschenkeln steige ich durch die 'Saugasse' zum Königssee ab. Im Biergarten von St. Bartholomä wird der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen und mit Boot und Bus geht es zurück an den Ausgangspunkt der Tour.

Gehzeiten

UhrzeitBeschreibungGehzeit
09.09.2006
11:19Parkplatz Wimbachbrücke 
12:19Stubenalm1° 00'
12:50Mitterkaaseralm1° 31'
13:24weiter 
14:30Watzmannhaus, 1.930m2° 37'
10.09.2006
6:21Watzmannhaus, 1.930m 
7:59Hocheck, 2.651m1° 38'
8:09weiter nach kurzer Pause 
8:34Mittelspitze, 2.713m2° 03'
9:36Südspitze, 2.712m3° 05'
10:50weiter 
11:20Beginn des Geröllfeldes3° 35'
13:01Talgrund5° 16'
13:10am Weg 421 Richtung Osten5° 25'
13:25weiter 
14:05Trischübel, ca. 1.800m6° 05'
15:00weiter 
16:42Hundstodgatterl, 2.188m7° 47'
17:15Abzweig zum Ingolstädter Haus8° 20'
18:51Kärlinger Haus, 1.630m9° 56'
11.09.2006
8:00Kärlinger Haus am Funtensee 
8:54Abzweig Trischübel0° 54'
10:30Wasserfall2° 30'
11:03St. Bartholomä am Königssee3° 03'


Hinweise:

Preisangaben Stand September 2006
  • Der Parkplatz Wimbachbrücke ist gebührenpflichtig. Ich habe ca. 10 Gehminuten entfernt in der Nähe des Gasthofes Unterwirt geparkt.
  • Das Lager auf dem Watzmannhaus kostet 9 Euro für AV Mitglieder und 18 Euro für Nichtmitglieder
  • Die Rückfahrt mit dem Boot von St. Bartholomä kostet 6,50 Euro
  • Mit dem Bus vom Königssee zurück zur Wimbachbrücke
    • Mit beliebiger Busline zum Busbahnhof in Berchtesgaden.
    • Linie 846 fährt Richtung Ramsau
    • Die einfach Fahrt kostet 3,30 Euro
  • Viele interessante Infos zum Watzmann bei Wikipedia
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