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Kampenwand Überschreitung


Drei Nächte habe ich für Olaf und mich in der Fischbachalm am Wilden Kaiser gebucht. Die Wetteraussichten sind super, also könnten wir bereits am Anreisetag eine Klettertour einplanen. Was bietet sich auf dem Weg ins Kaiserbachtal an? Spontan fällt mir die Kampenwand ein und nach kurzer Recherche im Internet scheint die Kampenwand Überschreitung genau die richtige Tour zu sein. Nicht zu lang und nicht schwer.

Um 5 Uhr starten wir in Richtung Süden und kommen trotz vieler Lkws und Baustellen gut voran. Lediglich um München herum geht es etwas schleppend. Wir fahren durch Aschau durch und parken an der Kampenwandbahn (2 Euro Parkgebühren). Jetzt heißt es Kletterrucksack packen. Seil, Helm und Gurt sind klar. Wieviele Express-Schlingen packen wir ein? Wieviele Bandschlingen? Brauchen wir die Friends? Klemmkeile? Wie viele Schraubkarabiner? Tube zum Abseilen? Wahrscheinlich packen wir zu viel ein, aber besser zu viel als zu wenig. Die Wetteraussichten sind bestens, aber ein dünner Pulli und eine leichte Regenjacke kommen sicherheitshalber noch in den Rucksack. Ausreichend Wasser und Müsliriegel dürfen auch nicht fehlen.

Wir sparen uns den mühsamen Aufstieg und nehmen die sehr alte (Baujahr 1957) Viererumlaufgondel (Berg- und Talfahrt 22 Euro), die uns in 14 Minuten von 620 auf 1461 Meter bringt. Das Abenteuer kann beginnen. Wir wandern an der SonnenAlm auf breitem Panoramaweg vorbei in Richtung Kampenwand, biegen aber schon bald rechts ab zum Kampenwandhaus und erreichen nach wenigen Minuten die ersten Felsen der Kampenwand. Wo befindet sich der Einstieg? Im Gegensatz zu Klettergärten gibt es hier keine Markierungen. Also Augen auf, Topo studieren und los geht es.



Ich steige die erste Seillänge (4+) vor. Die Schlüsselstelle ist glatt und geeignete Griffe und Tritte sind nicht vorhanden. Es dauert eine zeitlang bis ich den Mut habe mich am guten Griff über der Platte hochzuziehen. Die nächsten Seillängen sind einfach (2 bis 3) und die Standplätze gut mit Bohrhaken versichert.



Am Gmelchturm gibt es zwei Varianten: eine 6- und 3+. Die 6- traue ich mir nicht zu, die leichtere Variante tut es auch. Auf der anderen Seite seilen wir ab. Abklettern (4-) wäre auch eine Alternative. Nach dem kurzen Abseilvergnügen geht es im festen Fels auf den Teufelsturm, der auf einem Pfad auch umgangen werden kann.

Vom Teufelsturm muss man zwei Mal abseilen. Vorsicht: nicht zu weit in die Rinne abseilen, sondern lediglich in die Scharte. Wir haben uns von anderen Kletterern irritieren lassen und sind tief in die Rinne abgeseilt. Erst ein Blick in das Topo hat uns gesagt, dass die Seilschaft vor uns falsch ist und dann im gefährlichen Gelände wieder aufgestiegen ist. Also klettere ich die Rinne wieder hoch und finde auch den Bohrhaken auf der anderen Wandseite. Ich will Olaf nachsichern und muss dazu das Seil abziehen, das noch im Abseilring hängt. Aber das Seil klemmt und lässt sich nicht abziehen. Was tun? Nach vielen Versuchen können wir das Seil befreien und ich sichere Olaf zum Standplatz nach.

Olaf klettert die nächste Seillänge vor, hat aber das Topo nicht im Kopf und klettert am nächsten Standplatz vorbei - zum Glück folgt leichtes Gelände. Natürlich findet er keinen Bohrhaken und muss notgedrungen an einem Felskopf mit einer Bandschlinge einen nicht perfekten Standplatz bauen. Aber wie geht es weiter? Zurück zum eigentlichen Standplatz oder weiter? Das Gelände sieht machbar aus und ich klettere auf den Hauptgipfel, um dann Olaf nachzusichern. Vom Hauptgipfel muss man nochmals luftig abklettern:




Im Hintergrund der Ostgipfel

Der Abstieg Richtung Steinlingalm führt über 1er/2er Gelände, das gut ungesichert bewältigt werden kann.

In der Scharte zwischen Hauptgipfel und Ostgipfel könnten wir noch den Ostgipfel besteigen, auf dem sich das Gipfelkreuz befindet. Die eigentliche Kampenwand Überschreitung endet hier und wir entscheiden zur Alm abzusteigen. Erstens haben wir Durst und zweitens müssen wir noch zu unserem Quartier im Wilden Kaiser.

Der Abstieg zur Steinlingalm führt aber einen steilen, teilweise matschigen und stark zugewucherten Pfad. Kein Vergnügen, aber nach wenigen Minuten ist er auch gemeistert. Mit einem kalten Bier lassen wir die heutige Mehrseillängentour ausklingen. Auf dem breiten Panoramaweg erreichen wir schnell die Kampenwandbahn und starten direkt nach der Talfahrt den Weiterweg ins Kaiserbachtal.