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Tofane

Auch dieses Jahr war das Wetter in den Nordalpen wieder instabil. Also weiter im Regen Richtung Süden. Nach dem Felbertauerntunnel (10 Euro für PKW) begrüsst mich schon die Sonne. Kurze Rast am Eingang zum Rienztal mit herrlichem Blick zu den den Drei Zinnen. Weiter über Cortina d' Ampezzo Richtung Falzaregopass. 5 km vor dem Pass gibt es einen kleinen Parkplatz (ca. 1.732m, Cian Zope), der sich hervorragend als Ausgangspunkt für die Tofanen eignet. 2 km vor diesem Parkplatz gibt es auch die Möglichkeit mit dem PKW direkt bis zum Rifugio A. Dibona auf 2.083m zu fahren! Im Laufe des Aufstiegs zum Rifugio Pomedes sehe ich, dass davon auch sehr viele Gebrauch davon machen.

Erstaunlicherweise ist auf dem Rifugio Pomedes wenig los. Gerade einmal 10 Übernachtungsgäste finden sich ein. Auf der Hütte ist es kalt (Innentemperatur gerade einmal 17 Grad). Früh verschwinde ich im wärmenden Schlafsack.



Nach dem Frühstück geht es bei kühlen Temperaturen zum Einstieg Via Ferrata Giuseppe Olivieri. Der ausgesetzte Klettersteig ist teilweise sehr steil und nur mit einem straff gespannten Drahtseil gesichert. Nach der Punta Anna besteht die Möglichkeit zum Rifugio Giussani oder etwas später zum Rifugio Ra Valles abzusteigen. Ich habe mir allerdings die Überschreitung der Tofanen vorgenommen. Kurz vor dem Felsenloch (Bus de Tofana) zeigen die rote Markierung "Cima" und die neuen Seile senkrecht nach oben. Leider führt dieser Weg auf den "Cima", stellt sich aber als Sackgasse heraus. Also wieder zurück und wenige Meter später zeigt die rote Schrift "Tofana" wieder den richtigen Weg.

Vom Gipfel der Tofana de Mezzo genießt man eine traumhafte Aussicht. Leider trüben einige Wolken den Blick nach allen Seiten. Eindrucksvoll blickt man auf die mächtige Tofana di Rozes im Südwesten. Rechts davon erkenne ich bereits mein Tagesziel, das Rifugio Lagazuoi. Erstaunlicherweise ist auf der Tofana de Mezzo wenig los, immerhin führt bis wenig Meter unterhalb des Gipfels die Seilbahn von Cortina d' Ampezzo.

Der Weiterweg auf die Tofana III (auch Tofana de Dentro genannt) bietet sich an. In der Annahme, der Klettersteig führt am Grat entlang, lasse ich mich vom eingezäuntem, breiten Fußweg fehlleiten und verpasse den Einstieg zur Ferrata Tofana di Dentro in die westliche Wand. Der Gipfel ist inzwischen in Wolken und ich suche 25 Minuten nach dem richtigen Weg. Auf einem kontinuierlich abwärts führenden Band (mit bester Seilversicherung) geht es zügig zum Sattel und im Gegenanstieg auf den Gipfel der Tofana III. Und wie sieht der Weiterweg aus? Nach Norden über die Biwakschachtel Barraca degli Alpini (2.922m) wäre möglich aber man landet dann automatisch auf der Ostseite. Ich will aber nach Westen. Es bleibt daher nur Rückweg zum Sattel zwischen Tofana III und Tofanne di Mezzo. In der Karte ist lediglich eine Spur eingezeichnet, also kein offizieller Weg. Im losen Schotter geht es steil bergab. Absolute Trittsicherheit ist erforderlich! Trittspuren und gelegentlich Steinmänner zeigen den Weg bis zur Forc. Vallon. Jetzt gilt es, ein sehr steiles Geröllfeld abzusteigen. Teilweise kann man im Schotter auch "abfahren" und kommt damit schnell voran. Auf den Rifugio Giussani tummeln sich Menschenmassen. Immerhin ist es August und die Italiener zieht es ebenfalls in die Dolomiten (ein Großteil aber nur zu Tagestouren).

6,5 Stunden reine Geh-/Kletterzeit habe ich schon hinter mir, eigentlich genug für den Tag. Die vielen Menschen schockieren mich allerdings und ich beschließe, noch bis zum Rifugio Lagazuoi weiterzugehen, wohlwissend, dass ich noch einige Stunden vor mir habe. Verschiedene Möglichkeiten bieten sich an: südlich um die Tafana di Rozes herum oder nördlich über den Via Ferrata Scala del Menighel absteigen. Ich entscheide mich für die dritte Alternative: nach Westen zum Punkt Tre Dita und über den Via Ferrata G. Lipella zur Forc. Col dei Bos. Obwohl es schon recht spät ist, kommt es immer wieder zu Wartezeiten bei Gegenverkehr im Klettersteig. Spät treffe ich nach mehr als 10 Stunden reine Gehzeit am Rifugio Lagazuoi ein. Die traumhaft gelegene Hütte bietet ein 360° Panorama der Luxusklasse.

Dolomitenblick

Gehzeiten

UhrzeitBeschreibungGehzeit
8. August 2005
14:22Parkplatz auf 1.732m, Cian Zope 
14:58Kleine Hütte0° 36'
15:03Abzweig Weg 412 (Richtung Forc. Col dei Bos)0° 41'
15:14Kreuzung der Wege 412, 442 und 403; Pause bis 15:19
weiter über Sent. Astaldi
0° 52'
16:03Rifugio Pomedes (privat bewirtschaftet) 2.303m1° 36'
9. August 2005
7:30Rifugio Pomedes 
7:49Einstieg zum Klettersteig Via Ferrata Giuseppe Olivieri
auf die Punta Anna, Anlegen Klettergurt, bis 7:55
0° 19'
9:00Punta Anna1° 24'
9:09Abzweig zum Rifugio Giussanni1° 33'
9:22Abzweig Rifugio Ra Valles1° 46'
10:33Felsloch Bus de Tofana (vorher in der Sackgasse oberhalb des Lochs!)2° 57'
11:43Gipfel Tofana di Mezzo 3.244m, Pause bis 12:404° 07'
13:22Tofana III, 3.238m, bis 13:294° 49'
13:51Sattel zwischen Tofana di Mezzo und Tofana III5° 11'
14:11Punkt 2.957m, Schneereste, kleiner See5° 31'
14:44Sattel vor Steilrinne zum Rifugio Giussanni6° 04'
15:08Rifugio Giussanni, Pause bis 15:426° 28'
16:14Tre Dita, Einstieg via Ferrata G. Lipella7° 00'
18:20tiefster Punkt unterhalb Forc. Col dei Bos, Pause bis 18:309° 06'
19:03Forc. Travenanzes, 2.507m9° 39'
19:15Forc. Lagazuoi, 2.573m9° 51'
19:37Rifugio Lagazuoi, 2.752m10° 13'


Hinweise:

  • Kartenempfehlung: Topographische Wanderkarte von Tabacco Blatt 3 im Maßstab 1:25.000
    Cortina d' Ampezzo e Dolomiti Ampezzane
  • Keinerlei Schnee auf den Wegen (zweite August Woche 2005)
  • Viele Hütten sind privat bewirtschaftet, also keine AV-Hütten (damit auch keine Ermäßigung). In der Regel wird auf diesen Hütten Halbpension angeboten.
  • Das Gebiet rund um den Lagazuoi war früher Kriegsgebiet. Überall findet man noch alte Stellungen und Unterkünfte. Über einen langen Tunnel (Galleria) kann man auch vom Rifugio absteigen.
  • Das Gebiet ist sehr gut erschlossen, sowohl für PKW's als auch über Seilbahnen (Rifugio Lagazuoi, Tofana di Mezzo, Rifugio Pomedes). Bei schönem Wetter ist deshalb einiges los, bei Wetterumschwung kann es allerdings auch vorteilhaft sein, mit der Seilbahn den schnellen Rückzug anzutreten.